Tuesday, 13. october 2009 2 13 /10 /Okt. /2009 16:50
 

Die Autorengemeinschaft „Fensterblick“ präsentiert

das erste Buch, an dem Mitglieder gemeinsam geschrieben haben:

 

EINLADUNG


Am Freitag, dem 23.10.2009, 19.00 Uhr

Lesung von Ricardo Riedlinger und Slov ant Gali

im Galerie-Cafe, Siegmarstr. 66, 12683 Berlin

Verlagsinfo

Liebt man(n) mit 50 noch genauso wie als junger Stürmer und Dränger? Schreibt man(n) der Angebeteten ähnliche Gedichte? Wie viele abgestoßene Hörner reibt man(n) sich - oder hat man(n) sich abgestoßen? Oder ist man(n) mit Worten wilder als vorher, wenn man die Taten mehr bedenkt? Drei 50jährige mit Biographien, die so unterschiedlich sind wie ihre Temperamente lüften den Vorhang zum Panzerschrank um ihre Gefühle. Herausgekommen sind 50 Gedichte, die nichts auslassen. Zärtlichkeit und Schmerz, Sehnsüchte und Komik, Begehren und Anbetung. Sie widmen sich mal der einen Frau, die ist und war, mal den Frauen, denen sie sich stürmisch ergeben. Gelegentlich aber geben sie zu, im Land der Liebe immer noch einen Blindenhund zu brauchen ...




Es bliebe dann genügend Zeit, eine Lesung unter dem Motto "Wo wilde Winde wüten - (Spät-)Herbstliches..." (Vorschlag) für den 27. November vorzubereiten...

Galerie-Cafe Bachmann, Siegmarstr.66, 12683 Berlin, jeweils 19.00 Uhr...
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Thursday, 17. september 2009 4 17 /09 /Sept. /2009 17:21

Netlog

 


ansonsten ist der 25.9. bekannt bei Berliner Woche, Berliner Abendblatt...

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Saturday, 12. september 2009 6 12 /09 /Sept. /2009 12:25
Es ist doch gar nicht schwer zu begründen, dass das folgende Gedicht einen Platz im Wahl-Lese-Programm verdient hat. Sagt es nicht aus, dass es eben nicht die Leistung ist, die zählt, sondern der Besitz, den man mitbringt???

 

Slov ant Gali

von der klugheit des besitzes

 

Der sohnemann ganz traurig scheint
er tut grad so als ob er weint
dann zeigt er seinen test in mathe
ne sechs steht drunter eine glatte

was stört es dich strohdoof zu sein
mach später künstler mach design
und deine frau kreiert in mode
das geld kennt keine antipode

Ich frage dich mein lieber sohn
was brauchst du schon die divi-sion
für uns zählt nur am letzten ende
was du bekommst als divi-dende

Community: Alltagswahnsinn
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Wednesday, 9. september 2009 3 09 /09 /Sept. /2009 11:53
Beginn: 25.9,. 19.00 Uhr
Miss-Wahlen (?) in Germany
angeheiterte Texte und Lieder der Autorengemeinschaft „Fensterblick“ zu
den bevorstehenden Wahlen (Texte: Edda Winkel, Slov ant Gali, Wolfgang
Reuter, Musik: Wolfgang Reuter)
Freitag, 25. September 2009
19.00 Uhr
im Galerie-Cafe Bachmann, Siegmarstr.66, Berlin-Marzahn (neben Gärten der
Welt)
Eintritt frei
Community: Hobby-Autoren
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Friday, 4. september 2009 5 04 /09 /Sept. /2009 11:44
Ooops!
Ich habe sehr suchen müssen... aber suchet und ihr werdet finden.
Auf Seite 11, gleich neben "Ostrock im Center" findet sich:

Satire zur Wahl

Marzahn –

Programm mit satirischen

Texten und Liedern der Autorengemeinschaft

„Fensterblick“ zur

Bundestagswahl gibt’s am

19 Uhr, im Galerie-Café,

Siegmarstraße 66.

Ein musikalisch-literarisches25. September,
Slov
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Thursday, 3. september 2009 4 03 /09 /Sept. /2009 15:06

 


Test

Community: Lebensalltag
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Friday, 24. july 2009 5 24 /07 /Juli /2009 12:48
die Nachfolgende Information euch allen zu Kenntnis mit der Bitte verbunden
recht viel und deutlich bei euch allen bietenden Gelegenheiten zu werben.
Wenn es der Eine oder Andere einrichten könnte persönlich zugegen zu sein würde ich mich,
aber nicht nur ich, sehr freuen.

kurzfristig gelang es den Präsidenten der "Poetas del mundo", den
in Lateinamerika bekannten Dichter Luis Arias Manzo zu einem Besuch
Berlins zu bewegen.
Er unterbricht seine Europatour für eine Lesung am 25.08.2009 um 19.00
Uhr in Berlin Hohenschönhausen im Club der Bürgerinitiative e.V. in der
Neustrelitzer Str. 63.
In der Kürze der Vorbereitung war dieser Ort den Organisatoren sicher.

Maßgeblich für die Zusage Arias Manzos war die Einladung des
Botschafters der "Poetas del mundo" für Deutschland, des Peruaners Dr.
Josè Pablo Quevedo. Herr Quevedo ist Organisator
der "Cita de la poesia", arbeitet im Karlshorster Dichterkreis
(unter der Leitung von Ulrich Grasnick) mit, dann bei Melo-Poefant und
schreibt für viele lateinamerikanische und spanische
Literaturzeitschriften. Herr Quevedo ist auch sehr rührig beim
Übertragen von Texten deutscher Dichter und deren Publizierung in
diversen Verlagen und Ländern Lateinamerikas.

Ich kenne Herrn Quevedo aus der Arbeit im Karlshorster Dichterkreis.
Darüber hinaus waren wir unter den aus Deutschland angereisten Dichtern
im vergangenen Jahr beim Poesiefestival für den Frieden in Paris. Ganz
aktuell findet man uns in der neuesten Ausgabe
einer Anthologie bei aBrace Uruguay.
Zu allen Erwähnungen gibt es umfangreiches Material im Internet.

Die Poeten der Welt haben gegenwärtig weit über 5000 Mitglieder und sind
im Wort für den Frieden aktiv. In der BRD ist deren Zahl noch nicht
erheblich und dennoch oder gerade deswegen
ist der Besuch Arias Manzos in Berlin so wichtig, ja bedeutsam. Auch ist
ganz Lateinamerika zur Zeit eine Region in der lauter spannende Sachen
passieren, ist gesellschaftlich Vieles in Bewegung.
Und drittens gibt es in Berlin eine ziemlich große Gruppe von
Lateinamerikanern und an Lateinamerikanischer Literatur Interessierter,
denen wir auf keinen Fall die Information über dieses
Ereignis vorenthalten wollen.
Sicher ist seit gestern, dass auch der Liedermacher und Dichter Frank
Vieweg an dieser Veranstaltung teilnimmt.


i. A. für Josè Pablo Quevedo und Juergen Polinske

Community: Schriftsteller
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Wednesday, 10. june 2009 3 10 /06 /Juni /2009 11:13
Also...
Die nächste öffentliche Veranstaltung im Kino "Kiste" steht uns bevor.
Am 17.6., 19 Uhr ist es soweit.

Diesmal aber hatten wir uns vorgenommen, rechtzeitig Texte zu sammeln und am Montag, dem 15.6., im Kulturforum Hellersdorf aus einer größeren Zahl von Vorschlägen auszuwählen, unser Programm zusammenzustellen und ggf. an einzelnen Texten noch zu feilen.

Wenn alles klappt, dann findet jeder die bisher vorgeschlagenen Texte HIER.


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Sunday, 19. april 2009 7 19 /04 /Apr. /2009 19:57

Slov ant Gali
Kiefern in der Heide

„Der spinnt! Ganz sicher.“

„Ronny, das glaub ich nich. Wenn sie nun mal gewettet habn!“

„Mensch, Käse, glaubst du im Ernst, dass Kati vor denen strippt? Und hier?“

„Ronny, wenn ich’s doch sage! Max hat das alles ganz genau beschrieben: Fünf Schnecken aus Bünnerwitz in einem Opel Astra. Immer eine nach der anderen raus. Alle in Jeansröcken. Die als erstes runter. Dann die T-Shirts und Schuhe auf ´n Haufen, die Zwillingsmützen zu Fähnchen … Max sind kreuzweise Stielaugen gewachsen; und zum Schluss ham se ihre Strings abgerollt und Max und Eddy zur Erinnerung geschenkt. Max hat Katis String rumgereicht. Ein Duft, ein Duft, sag ich dir!“

„Ach, halt ’s Maul. Wer weiß, wo er den her hatte.“

Trotzdem starrte Ron die leere Straße in Richtung Siedlung, als würden die Mädchen gerade aus ihrem Astra schwirren.

„Kati. Hm ... Glaub ich nicht.“

Der Gefreite Käsich hatte sich eine Zigarette angezündet und bot Ron Feuer an. In der Morgendämmerung war das Rauchen die einzige Abwechslung, die dieser Wachposten bot. Ron sog gierig den Rauch ein. Dabei sah er Käsich vor sich, in dessen Rücken ihre Baracke und die Verlängerung der Straße hinter dem Schlagbaum und Bäume natürlich, viele Kiefern, wie sie für die Heide hier typisch waren. Hunderte, Tausende. Aber irgendetwas an dem Bild war ungewöhnlich. Wenn es nicht so albern gewesen wäre, hätte er Käsich angestoßen und...

Ron drehte sich unruhig weg. Krampfhaft versuchte er das Bild der Puppen aus der Disco auf die Straße zu zaubern. Es misslang. Ruckartig drehte er sich zurück. Da war er wieder, dieser unheimliche Eindruck. Nein anders. Rons Finger umkrampften unbewusst die MPi.

Käsich herrschte ihn an: „Eh, Ronny, was ist denn? Spinnst du?“

„Sieh doch selbst! Guck dir die Bäume an! Fällt dir was auf?“

Käsich starrte jetzt an der Straße entlang zum Bombodrom.

„Meinst du ...?“

„Ich hätte gewettet, vorhin standen die da anders.“

„Hm. Stimmt.“

Auch Käsich hielt sich nun an seiner MPi fest.

„Käse, Mensch! Warum kriegen wir nie die geilen Wetten ab?“

„Ronny, du meinst ...“

„Ich hab zwar noch kein Schwein gesehen, aber wenn da nicht der Spieß dahinter steckt, freß ich mein Koppel. Gebraten und gelocht!“

Ron und Käsich hielten nun ihre Gesichter in Richtung Siedlung, als wäre der Generalangriff des Weltterrorismus oder wenigstens ein Stripperinnenbus angekündigt worden.

„Was machen wir, Ron?“

„Eigentlich ... scheiß auf die Dienstvorschrift ... Am liebsten würd ich ihnen eine Garbe vor den Bug donnern, dass sie Sand fressen vor Schreck.“

Käsich hielt es nicht aus. Vorsichtig schielte er nach hinten. Unwillkürlich verkrampften auch seine Finger an der MPi. Drei der Bäume waren scheinbar bis auf etwa fünfzehn Meter an den Posten herangekommen. Aber um von Menschen angehoben zu werden, waren sie viel zu groß und außerdem ... unten, wo der Stamm aufsetzen müsste, wanden sich armdicke Wurzeln am Boden entlang.

Ron sah das Entsetzen in Käsichs Gesicht, er drehte sich um, hielt die MPI im Anschlag, sah die drei Kiefern als kleine Gruppe in seiner Nähe, aber ihre Wurzeln lagen wie Krakenarme am Boden und regten sich nicht.

Wenn jetzt ein Bus von draußen auf das Bombodrom zu gefahren wäre, die beiden Posten hätten ihn selbst mit Auspuffschaden nicht bemerkt. Beiden kam es so vor, als näherten sich ihnen die Kiefern weiter, aber eine tatsächliche Bewegung war nicht zu erkennen. War das eine Halluzination der überreizten Nerven oder glitten jetzt die Bäume schneckenartig auf sie zu?

Plötzlich drehte Ron durch. Fast wie von allein schossen die Kugeln im Dauerfeuer auf den Stamm der mittleren Kiefer zu. Dumpf hallten die Schüsse im Wald wider. Käsich stand reglos da.

Auf den Krach hin, vielleicht auch, weil eine der Kugeln in den Stamm eingedrungen war, klatschten die Krakenwurzeln wütend auf den nadligen Boden. Vielbeinig rannten die Bäume auf die Männer am Schlagbaum zu. Etwa zwei Meter vor ihnen blieben sie ruckartig stehen. Der mittlere begann zu fluoreszieren. Besonders kräftig leuchtete dabei die Baumspitze. Zuerst in einem immer heller werdenden Grün, dann gelblich und letztlich wurde sie – wie beim Reifen einer Frucht – rot und deutlich dicker.

Käsich und Ron starrten wie hypnotisiert auf die Erscheinung. Das Telefon im Wachhäuschen klingelte wütend ohne dass es die Posten bemerkten.

Die Baumspitze hatte sich in eine Knospe verwandelt, die sich – noch immer wachsend – allmählich zur Blüte entfaltete. Sie war bereits größer als ein Fußball. Dieser Ball leuchtete in grellen Rottönen, vor allem violett und pink. Aus seiner Mitte wuchs ein Stachel heraus.

„Ron ...“ Käsich hatte es brüllen wollen. Aus seinem Mund kam nur ein heiseres Krächzen. Und als hätte selbst das die merkwürdige Pflanze gestört, saugte sie tief Luft ein, um dann in Richtung der Posten zu niesen. Ein extrem süßer Duft hüllte sie ein. Sie waren nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen. Gebannt verfolgten Ron und Käsich, wie die glockenförmige Blüte immer weiter wuchs. Plötzlich schniefte die Kiefer eine zähflüssige Masse auf Rons Kopf. Sein Käppi löste sich auf. Auch seine Haare. Käsich sah reglos zu, wie sich schillernde Bläschen auf der Kopfhaut seines Partners ausbreiteten. Merkwürdigerweise bildete er sich jetzt ein, dass ihn das Telefon rief, in der Baracke das Alarmsignal ertönte. „Beeilt euch! Rettet uns“, wollte er rufen.

Die Blütenblätter streckten sich. Sie waren schon fast zwei Meter lang. Der Ron am nächsten stehende Baum war noch ein Stück an ihn herangerückt. Dann hatte er seine Blüte über den Mann gestülpt. In deren riesigen Glockenbauch gurgelte es merkwürdig. Die Blütenspitzen schoben sich langsam unter Rons Füße, berührten sich und dann dehnte sich der gewaltige Blütenkörper, zog sich zusammen, dehnte sich erneut und zog sich wieder zusammen – so als presse er den von ihm umschlungenen Körper immer weiter ins Innere. Allerdings schrumpften dabei die Beulen, unter denen die Überreste des Männerkörpers verborgen waren, mit jeder Schluckbewegung weiter zusammen. Schließlich hob sich die inzwischen kleiner und schlanker gewordene Blüte wieder. Sie war dabei zu einer footballförmigen Knospe zusammengeschrumpft.

Käsich war sich nicht mehr sicher, ob er wirklich einen Alarm gehört hatte. Er nahm auch kein Telefonklingeln mehr wahr.

Der Baum leuchtete in allen Regenbogenfarben. Plötzlich beugte sich die kleine Knospe noch einmal in Richtung Wachhäuschen, und dann spuckte sie einen glänzenden Gegenstand aus. „Das Koppelschloss!“ schoss es Käsich durchs Hirn. Bruchteile von Sekunden später schniefte die zweite Kiefer. Vor den Augen des Wachpostens blitzte kurz ein Spuckfladen auf, bevor er auf seinem Kopf aufschlug. Käsich dachte noch, „Ich brenne!“, dann dachte er nichts mehr.

Nachdem sie die unförmigen Metallteile, die einmal Maschinenpistolen, Koppelschlösser und Patronen gewesen waren, zu einer winzigen Pyramide angehäuft hatten, hoben die Bombenkiefern den Schlagbaum an und zogen schmatzend und wiederkäuend davon. Der widerlich süße Gestank blieb zurück. Die ersten beiden Soldaten waren verduftet. Während man erfolglos nach ihnen suchte, dröhnten die nächsten Teststaffeln über den Kiefern des Bombodroms. 

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Sunday, 29. march 2009 7 29 /03 /März /2009 19:50
 

Slov ant Gali
Mückarus


Ich wäre gern im Regenwald und auch am Gelben Fluss,

am Rio Grande Nord und Süd, vorm allerletzten Schluss.

 

Ich breitete die Schwingen aus und flöge einfach los,

wenn ich denn will, dann ist für mich kein Ziel der Welt zu groß.

 

Warum nur sagst du, Zügle dich! Ich sei doch nur ein Mück,

komm einfach mit, versuch es doch, ein klitzekleines Stück.

 

Hier lockt mich nicht der Schweißgeruch, nicht altbekanntes Blut.

Solch Leben gibt’s auch anderswo und mindestens so gut.

 

Was bist du für ein Dädalus, der klebt an dem, was geht.

Ich ahne unsren Winter schon, dann sind wir zwei verweht.

 

Denkst du, dass ich im Meer ertränk, hoch oben wohl erfrör,

denkst du, dass ich im Fernewahn die Richtung gleich verlör?

 

Bald komm ich an in Schönefeld, in Fliegern, groß und breit,

die heben hoch vom Boden ab zur Erde andern Seit.

 

Tief unten stört´ kein Ozean, wär drinnen mein Versteck;

ich breite meine Flügel aus und sirre einfach weg.


Wintergedicht

Liebe gute Schneeballflocke,

sieh, wie ich am Fenster hocke,

seh dich draußen lustig tanzen,

bin erkältet, ptschi, im Ganzen.

 

Oh, wie quält mich Husten, Fieber,

wäre draußen doch viel lieber,

möchte frei sein, so wie du,

tobte rum, hätt keine Ruh.

 

Ach, wie quält mich Omama,

ist schon mit ner Decke da,

mit dem Fieberthermometer,

mit dem Spruch „Ins Bettchen, Peter!“.

 

Warte nur, du weißer Schuft,

bald hat meine Nase Luft,

Sonne lacht, in Stiefeln patsch

ich herum und du bist Matsch.


liebe ist quatsch

noch immer möcht´ manchmal ich reimen auf rosen
rechtzeitig stopp ich 
das geht in die hosen
 

ich lausche so gerne himmlischen klängen
der flöte des pan mit schmelzgesängen
krampfhaft beschwör ich dein früh´res gesicht
doch schöne reime erweckt´s in mir nicht
 

wann habe ich nur den glauben verloren
bin innerlich glühend zitternd erfroren
heut ist mein ohr schon längst nicht mehr offen
für melodisches träumen und schluchzendes hoffen
 

noch fehlt mir das wort
das wörtchen nie
kommt spanisch mir vor oder cheerokee
doch klingt mir der laut schon nicht mehr so fremd
wegen einer wie dir mach ich mir nicht ins hemd
 

nachdem ich des frustes genug abgelassen
wird´s endlich zeit, was neues zu fassen


Nach einer Nacht


In der Amseln Morgenstunde

poppen wir ein letztes Mal.

Füttern Sehnsucht an die Hunde,

leugnen noch des Tages Qual.


Ach, ich würd mir deinen Namen

ritzen lassen in den Arml

Dass wir hier zusammen kamen,

hielt ich als Erinnrung warm.


Doch woher soll ich denn wissen,

ob dein Name wirklich stimmt.

Einmal noch wolln wir uns küssen,

eh´ der Tag uns alles nimmt.


Wenn den Mittag wir verdönern,

werden wir uns Fremde sein.

Welches Glück ist denn nicht tönern,

welcher Nachbar nicht allein.


Gewissen & Glück


Was wir seit alten Zeiten wissen

ist, dass ein reinliches Gewissen

das Beste ist als Ruhekissen.

Jedoch frönt Hinz nem neuen Brauch,

Gewissen ist ihm Schall und Rauch –

ein volles Konto tut es auch.


Besitzt er Werte viele Stück,

kassiert er Zinsen auch zurück,

und davon kauft er schnelles Glück.

Das Geld in seinen Rallyrunden

hat dann ein Heuschreck gut gefunden -

jetzt ists verschwunden.




Slov ant Gali: Slov ant Gali: Höhenflug

 Mit Hanteln von fünf Kilogramm
am Abend will ich üben,
wie ich die Welt entangeln kann,
die hüben wie die drüben.

In mir steckt Engel, Teufel, Gott –
Ich schaffe große Dinge;
und komm ich dafür aufs Schafott,
dann wein´ ich nicht – ich singe.

Ich bin nicht schön von Angesicht
und ohne euch allein.
Doch nehmt ihr `s an, mein Tagsgedicht,
wird ´s gut gewesen sein.




Hanoier Traum


Trotzte ich

dem reißzahn der zeit –

steinern

eine säule auf dem rücken

diesen schildkröten gleich

ich schenkte dir

dichter

taifunaugen

die besseren worte darin zu sehen

griffe deine hände

gemeinsam

gemächlichen schritts

das neue ufer

zu erschreiben

wir ertrügen

heutiges wissen

das uns noch nicht

narbte

nach neunundneunzig stürzen

kämen an

bei uns und

über wunden

wüchse haut


Bühne frei!


Aus den rauchringen

des in versmogter zeit

verkohlenden geistes

berge ich tränenden auges

laub

ungekeimter bäume


im halbschlaf

peitsche ich den spukenden stumpf

den der sturm

aus dem ufersand riss

mit garn

das keinen ausweg weist


unter der maske des clowns

nehme ich platz

auf hufzerwirbelten sägespänen

streichle

mit schwebenden händen

unsichtbare kinderköpfe

und borge mir

bis zum morgendunst


vergessen



Slov ant Gali: Entschuldigung

 
Nicht zärtlich ists, den Dolch zu schmieden,
der diese Welt verändern muss,
nicht kuschlig ists, den Stahl zu sieden
doch nötig vor dem guten Schluss.


 Viel lieber reimte ich auf Liebe,
die ewig während mich betrifft,
auf Herzensschmerzen und auf Triebe,
Verführung, die ich grad´ umschifft.

 
Doch einer muss die Worte sagen,
der andre führ´n das scharfe Schwert.
Die Erde, die soll Menschen tragen,
auf Dauer, ja, das ist es wert.


Dass dieses schneller wird geschafft,
setzt ich es ein, mein kleines Wort
und meine kaum trainierte Kraft,
denn mir ist klar, bald bin ich fort.

Community: Gedichte
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