Monday, 1. november 2010 1 01 /11 /Nov. /2010 06:50

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Sunday, 31. october 2010 7 31 /10 /Okt. /2010 06:44

Dichte Dunkelheit umfängt mich. Ich höre Stimmen, nein, vielmehr undefinierbare Laute. Oder ist es nur ein Raunen, Rauschen? Mich treibt es voran. Meine Beine werden schneller, immer schneller. Nur heraus aus diesem Wald! Mir ist es hier sehr unheimlich. Vor mir verwandeln sich die Bäume in Arme, Beine, Gnome, Riesen. Überall blicken mich grinsende Gesichter von Horrorgestalten an. Lange Nasen, breite Mäuler, dicke Bäuche schieben sich aus dem Buchenwald auf den in mattem Mondlicht liegenden schmalen Weg. Vernehme ich Kichern? Nein, es ist mehr ein Schmatzen. Meine Füße suchen immer neu diesen Pfad. Ich haste ihn entlang, ohne ein Ende zu sehen. Meine Sinne versuchen kurz, Möglichkeit und Wirklichkeit auseinander zu halten. Es bleibt keine Zeit dafür. Ich gerate ins Stolpern, versuche mich zu fangen. Ich torkele, greife nach den nah geglaubten Armen und falle. Dabei fasse ich in eine glitschige Masse, die sich unter mir zu befinden scheint. Es schmatzt jetzt laut und vernehmlich. Mir läuft eine Gänsehaut über den Rücken. Ich liege in einem extrem feuchten und schmierigen Etwas und muß würgen. Warum kann ich nicht aufstehen? Ich rutsche auf meinem Hinterteil umher und suche nach Halt. Immer neu gleiten mir die Füße in der Schmiere weg, ich komme einfach nicht hoch. Suchend fassen meine Hände ebenfalls in diesen matschigen, ekligen Untergrund. Ich stemme mich dagegen, rutsche wieder weg. Kein fester Boden scheint mehr vorhanden zu sein. Das Schmatzen umgibt mich wie eine riesige Woge aus dem Meer. Inzwischen rinnt mir der Schweiß von der Stirn. Er läuft über mein Gesicht, ich schmecke das Salz. Aber ich kann es nicht einfach so abwischen, meine Hände scheinen in der glitschigen Pampe festzukleben. Immer wieder versuche ich, mich mit aller Kraft hochzustemmen und rutsche im gleichen Moment doch wieder weg. Sinnlos! Bald verlassen mich die letzten Kräfte. Ich fühle mich hilflos, schrecklich ausgeliefert und möchte schreien. Nur ein heiseres Krächzen verläßt meinen Mund. Es bleibt das blanke Entsetzen.
Das Raunen und Schmatzen ist jetzt ganz dicht neben mir, ich spüre Atem an meinem Gesicht. Oder war es nur der Wind? Für einen kurzen Moment kommt der Mond mit seinem faden Licht hinter einer Wolke hervor. Oh, nein, was kriecht denn da über mich?! Kalter Schleim beginnt, mich einzuhüllen. Ich liege auf dem schmierigen Erdreich und mit mir sind hunderte, vielleicht sogar tausende Nacktschnecken ausgerechnet auf diesem Pfad unterwegs. Noch sind sie unterwegs und lassen sich durch mich nicht stören. Sie schieben sich über mich, auf mich und hinterlassen jede für sich ihre Spur. Wie gerne würde ich sie ergreifen und wegschleudern! Meine Arme liegen noch immer schwer und wie festgeklebt neben mir. Die Schnecken lassen sich nicht beirren, sie suchen sich ihren Weg. Sie gleiten über mein Gesicht, über meine Arme, meinen Körper. Überall sind sie. Sie haben mich wie in einem Spinnengeflecht in ihre klebrige Schleimspur eingesponnen. Und ich habe keine Kraft mehr, etwas dagegen zu tun.

Schweißgebadet werde ich wach. „In einem dunklen, dunklen Wald, da steht ein dunkles, dunkles Haus….“ Ich habe den Enkeln wohl zu inbrünstig von meinen Ferienlagererlebnissen
erzählt. Die Nachtwanderung durch den Buchenwald mit den vielen Nacktschnecken werde ich sicher nie vergessen.

Brunhild Hauschild

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Saturday, 23. october 2010 6 23 /10 /Okt. /2010 07:40

Nein, es ist nicht wahr, dass unsere Hausaufgabe "Schreibe eine Horrorgeschichte" auf 1800 Zeichen beschränkt ist. Schon in der Diskussion hatte ich 1,5 Normseiten zugelassen ... und nach Selbstversuch in einer Rundmail die Begrenzung auf 3000 Zeichen angehoben: Für mich hieß die Aufgabe nähmlich, eine vorhandene Geschichte von fast 8000 Zeichen zusammenzustreichen. Das nun ist das Ergebnis:

 

 

Slov ant Gali: Kiefern in der Heide

 

Mensch, Käse, glaubst du im Ernst, Kati hat vor denen gestrippt?“

Ronny, Max hatte ihren String. Ein Duft, ein Duft, sag ich dir!“

Wer weiß, wo er den her hatte.“ Trotzdem starrte Ron die Straße in Richtung Siedlung, als käme dort gleich ein Auto mit Mädchen. Kati? ... Wow!“

Der Gefreite Käsich bot ihm Feuer an. Ron sog gierig Rauch ein. Dabei sah er Käsich vor sich, hinter ihm ihre Baracke,die Straße, den Schlagbaum und Bäume natürlich, Kiefern, wie sie für die Heide hier typisch waren. Hunderte, Tausende. Aber ... Wenn es nicht so albern gewesen wäre, hätte er Käsich angestoßen und ... Rons Finger krampften um die MPi.

Käsich herrschte ihn an: „Eh, Ronny, was ist denn? Spinnst du?“

Sieh doch selbst! Die Bäume! Fällt dir nix auf?“

Käsich folgte Rons Blick zum Bombodrom.

Meinst du ...?“

Ich hätte gewettet, vorhin standen die anders.“

Stimmt.“ Nun hielt sich auch Käsich an seiner MPi fest.

Warum kriegen wir nie die geilen Wetten ab?“

Ronny, du meinst ...“

Wenn da nicht der Spieß dahinter steckt, freß ich mein Koppel. Gebraten und gelocht!“ Käsich sah betont lässig in Richtung Siedlung. Was machen wir, Ron?“

Eigentlich ... scheiß auf Dienstvorschrift ... Garbe vorn Bug, dass sie Sand fressen vor Schiss.“

Käsich schielte wieder hin. Drei der Bäume waren nur noch etwa fünfzehn Meter entfernt. Um von Menschen angehoben zu werden, waren sie viel zu groß und ... unten, wo der Stamm aufsetzte, hatten die armdicke Wurzeln.

Ron sah das Entsetzen in Käsichs Gesicht, drehte sich um, die MPI im Anschlag, sah die drei Kiefern, aber … nichts. Halluzinierten die überreizten Nerven oder glitten die Bäume schneckenartig auf sie zu?

Plötzlich drehte er durch. Fast wie von allein trafen die Kugeln den Stamm der mittleren Kiefer. Dumpf hallten die Schüsse im Wald wider.

Auf den Krach hin, vielleicht auch, weil eine der Kugeln in den Stamm eingedrungen war, klatschten die Wurzeln wütend auf den Boden. Vielbeinig rannten die Bäume auf die Männer zu. Etwa zwei Meter vor ihnen stoppten sie. Der mittlere begann zu fluoreszieren. Zuerst in immer heller werdendem Grün, dann gelblich und zuletzt – wie eine reife Frucht – rot. Das Telefon im Wachhäuschen klingelte.

Die Baumspitze hatte sich in eine Knospe verwandelt, die sich – noch immer wachsend – allmählich zur Blüte entfaltete. Sie war bereits größer als ein Fußball. Aus ihrer Mitte wuchs ein Stachel heraus.

Ron ...“ Aus Käsichs Mund kam nur ein heiseres Krächzen. Und als hätte selbst das die Pflanze gestört, blies sie extrem süß duftende Luft in Richtung der Posten. Unfähig sich zu regen verfolgten die Soldaten, wie die Glockenblüte weiter wuchs. Plötzlich schniefte die Kiefer etwas Zähflüssiges auf Rons Kopf. Sein Käppi löste sich auf. Seine Haare. Schillernde Bläschen auf der Kopfhaut. War da nicht das Telefon? Alarm? „Beeilt euch! Rettet uns“, wollte er rufen.

Die Blütenblätter waren schon fast zwei Meter lang. Der Ron am nächsten stehende Baum hatte seine Blüte über ihn gestülpt. Deren Spitzen schoben sich langsam unter Rons Füße, berührten sich und dann dehnte sich der gewaltige Blütenkörper, zog sich zusammen, dehnte sich und zog sich wieder zusammen – als presse er seine Beute immer tiefer ins Innere. Käsich glaubte nicht mehr an einen Alarm. Das Telefon schwieg.

Der Baum leuchtete in allen Regenbogenfarben. Plötzlich spuckte die kleine Knospe einen glänzenden Gegenstand aus. „Das Koppelschloss!“ schoss es Käsich durchs Hirn. Wenig später schniefte die zweite Kiefer. Ein Spuckfladen. Käsich dachte noch, „Ich brenne!“, dann dachte er nichts mehr.

Nachdem sie die unförmigen Metallteile, die einmal Maschinenpistolen, Koppelschlösser und Patronen gewesen waren, zu einer winzigen Pyramide angehäuft hatten, hoben die Kiefern den Schlagbaum an und zogen schmatzend und wiederkäuend davon.

veröffentlicht in: Hausaufgaben - Community: Geschichten - klar u. einfach
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Sunday, 17. october 2010 7 17 /10 /Okt. /2010 09:02

wir-Menschen-Kopie-1.jpg

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Friday, 15. october 2010 5 15 /10 /Okt. /2010 18:48

Wolfgang Reuter:

Sonett


Ein Sonett zu schreiben – das ist schwierig,
gilt es doch als höchste Dichterkunst.
Ich verstehe leider nichts von Lyrik,
hab von Reim und Metrik keinen Dunst.

Nur wer Ahnung davon hat, soll dichten.
Ich jedoch gelt als Analphabet.
Um beim Dichten etwas auszurichten,
bin ich viel zu faul und viel zu blöd.

Außerdem fehlt mir die Zeit zum Schreiben,
die verbringe ich mit Liegenbleiben
in dem wuschelweichen Kuschelbett.

Oft liegt noch ein Mägdelein daneben,
die versüßt mir öfter mal das Leben.
Siehste – und das finde ich Sonett.

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Thursday, 14. october 2010 4 14 /10 /Okt. /2010 12:30

Bis zum 22. ist´s nicht mehr lange hin - also denkt dran:

Das nächste Thema heißt "Wir Menschen" und lässt FAST ALLES zu ...

 

Noch was: Karten für´s Galerie-Cafe Bachmann in der Marzahner Siegmarstraße 66 gibt es keine. Der Eintritt ist frei. Nur rechtzeitiges Erscheinen sichert gute Plätze!!!

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Wednesday, 13. october 2010 3 13 /10 /Okt. /2010 12:29

Slov ant Gali: Erbe sein

 

In vergangenen Generationen

wer kämpfte nicht alles ums Glück

meist ohne das eigene Leben zu schonen

ging es vorwärts Stück für Stück.

 

An Tätern gibt´s verschiedne Sorten

deren Strafe mit Zins unsrer harrt.

Ein Freispruch ganz allein mit goldenen Worten?

Für die Zukunft nicht der rechte Start.

 

Gebor´n sind wir alle mit geerbten Schulden

egal, wer unser Vorfahr war.

Ob er der Strafe sich entzog durch Dulden

ob selbst er Täter war in schlechtem Jahr.

 

Eine Erbschaft, die heut ausgeschlagen,

wächst an zum Bündel nicht gelöster Fragen.

veröffentlicht in: Hausaufgaben - Community: Hobby-Autoren
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Tuesday, 12. october 2010 2 12 /10 /Okt. /2010 12:25

Slov ant Gali: En passant

 

Zwar hatt ich bei Schwangrenbauchoffensichtlichkeit

ein Stück ihr die Unschuld genommen,

gegen Stachel des Zweifels blieb sie trotzdem gefeit

im Geist war sie eine der Frommen:

 

Sie sagte, die Welt ist halt so wie sie ist,

und schwer ist die Last, die wir tragen,

doch kommt mal der Tag, wo du alles vergisst,

sei zuvor also leise beim Klagen.

 

Die Einsicht, die fiel mir unendlich schwer

dass wir niemals zum Einswerden fänden.

doch bevor Arm in Arm ich vertrocknet wär

gelang´s mir den Bund zu beenden.

 

Erwachsene Zweifel gehn heut neben mir her,

schauen suchend sich um, Mutters Platz, der ist leer.

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Monday, 11. october 2010 1 11 /10 /Okt. /2010 12:22

Slov ant Gali: Beim Baden

(ein noch unverbotenes Sonett)

 

Ein Mädchen, das wohl zwölf gewesen

und außer Haarwuchs völlig nackt,

hat ihrem Vater vorgelesen,

und ihn dann an der Hand gepackt.

 

Was diese zwei, vom Strande besehen,

danach so treiben Haut an Haut

wie sie sich freudvoll wild im Wasser drehen,

verwirrt so manchen, der zu ihnen schaut.


  Bevor nun gleich die Kläger kommen

mit Schellen um die Hand und bannendem Getön,

stell ich die Frage unbeklommen,

was ist an solchem Unschuldsspiel obszön?.

 

Erst der Voyeure Prüderie

weckt schmutzbeschwerte Phantasie.

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Sunday, 10. october 2010 7 10 /10 /Okt. /2010 12:19

Slov ant Gali: Ach, Sergej Wladimirowitsch...

 

Ganz einerlei,

wie dem auch sei,

von Hasen-Speichelleckerei

ist jeder (?) Mensch, auch du, nicht frei.


Und schwanken wir im Lebenswald,

begegnet oft uns die Gewalt.

Des Löwen Griff mit dessen Kralle

macht unsren Riesenmut schnell alle.


Dir war der Spiegel gleich zur Hand,

der dich so peinlich lachhaft fand,

und eine deiner guten Gaben

wars, dass wir nun zu lachen haben.


Bis einst die Hymnenzeit vorbei,

bleibt dein Rekord: Wer schrieb schon drei?


(Sergej Wladimirowitsch Michalkow, 1913-2009, schrieb u.a. Kinderbücher, wurde in der DDR durch "Der Hase im Rausch" bekannt und verfasste den Text der sowjetischen Nationalhymnen zur Stalinvergötterung, für die nachfolgende Sowjetunion und das heutige Russland.) 

veröffentlicht in: Hausaufgaben - Community: Lachen ist gesund !
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